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MULANS GEDANKENKISTE

verwunschenes & bizarres | geträumtes & wahres

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Standort: Köln, NRW, Germany

Freitag, 4. Mai 2007

köstlichkeiten aus mombasa

"hey sebi, willst du auch eine banane?", fragte bernd seinen schlupflidrigen saufkumpanen im waschsalon. "abend bernd. ja danke, sehr gerne sogar", antwortete sebi und bedankte sich sogleich, als bernd die quietschende waschtrommel öffnete und eine verschrumpelte banane rausfischte. "hmmm, die ist mal wieder köstlich!" schwärmte sebi, nachdem er kräftig in die banane gebissen hatte. "hast du wieder beim wohlbeleibten horst eine bestellung aufgegeben und hast dir köstlichkeiten aus mombasa mitbringen lassen?" "du hast es erfasst", erwiderte bernd und nahm einen kräftigen schluck braunen rum. "die gegrillten meeresfrüchte drehen grad im trockner noch 'ne runde, die kannst du gleich auch noch probieren." "formidable bernd, formidable", antwortete sebi und rieb sich müde die augen.

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Mittwoch, 25. April 2007

unter die röcke

"die marla, die trägt jetzt 'ne gelbe plastik-schirmlampe über den kopf."
"achwas. ist das jetzt modern?"
"sie will sich vor dem elektrosmog schützen."
"aber wenn die marla einen plastik-schirm über den kopf trägt, dann sieht sie ja nicht mehr wohin sie läuft."
"für den fall hat sie zwei taschenspiegel auf ihre pantoffeln geklebt. jetzt sieht sie die welt von unten. ist zwar etwas umständlich, aber es funktioniert."
"... und man kann den leuten unauffällig unter die röcke linsen."
"stimmt. ich geh mir mal so einen schirm kaufen."

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Mittwoch, 18. April 2007

stahlkappen am morgen

herr b. geht ins badezimmer und gibt seinem warmwassergerät einen kräftigen tritt, denn ohne warmwasser kann herr b. morgens nicht, das liegt in seiner natur. und ohne tritt kann das warmwassergerät nicht, das liegt an der fehlenden schraube die herr b. - warum auch immer - vor 7 monaten rausgedreht hatte. normalerweise springt auch das warmwassergerät nach ein paar sekunden mit einem rumpeln und holpern ohne probleme an, doch diesmal kommen keine geräusche aus dieser richtung. herr b. bückt sich um nach dem rechten zu sehen. pustekuchen. kein holpern, kein poltern. herr b. holt noch einmal aus und legt all seine kraft in diesen tritt. rumps. eine dicke beule ziert nun sein kostbares warmwassergerät. und ein wimmern ist zu hören. nicht von herrn b., der trägt wie immer schuhe mit stahlkappen (und einen gelben bademantel, aber das tut hier nix zur sache). das wimmern kommt aus dem warmwassergerät. und eine blutlache fängt an sich darunter zu bilden. hat normy, der fliegenzwerg, etwa wieder verstecken gespielt und ist dabei eingeschlafen? zumindest hat herr b. ihn nun gefunden.

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Freitag, 13. April 2007

fina, die fadenschnecke

kasper nahm anlauf und sprang in den altertümlichen brunnen seines nachbarns, schlug sich den kopf am messingeimer an und breitete seine schlacksigen arme aus, darauf vorbereitet auf einem harten lehmboden aufzuschlagen. es hatte seit 2 monaten nicht mehr geregnet, der globalen erwärmung sei dank. doch der aufprall war überraschend weich, denn kasper landete auf dem rücken von fina, einer übergroßen fadenschnecke, die normalerweise im roten meer heimisch war. kasper rollte sich von ihrem wabbeligen rücken runter und stellte sich vor fina, damit er sie besser betrachten konnte. was er sah gefiel ihm nicht. ihr normalerweise farbenprächtiger körper hatte sich in eine graue masse verwandelt, stumpf und glanzlos. fina musste schon seit tagen hier liegen. die schleimspur, die sie hinter sich hergezogen hatte, war total vertrocket. "das meer ... ist ... tot", krächzte sie. dann seufzte fina ein letztes mal, bevor sie ihre augen für immer schloss.

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Freitag, 6. April 2007

arnomo, der retter

die wunderschöne prinzessin tabea wurde vom zornigen rabarzaph in seinem dunklen kerker gefangen gehalten. seit ihrer gefangennahme wurde sie immer stiller und trauriger, und mit ihrer stimmung verfinsterte sich auch das wetter im reich des tebathus. die bäume verloren ihre blätter, die vögel hörten auf zu zwitschern und verließen das land, es wurde kälter und grauer. die tebathaner wussten nicht wie ihnen geschieht, sowas hatte es noch nie gegeben. sie zitterten am ganzen leib und mussten ihren tieren das fell abziehen um sich selber einen wärmenden schutz zugeben. die leute gaben rabarzaph die schuld und brachten die entführung der wunderschönen prinzessin tabea mit dem wetter in verbindung. als arnomo, ein schmächtiger bauernjunge, von dieser theorie hörte, schwang er sich auf seinen esel und machte sich auf die prinzessin zu retten. vor dem dunklen schloss des rabarzaph angekommen nahm er mutig seine mistgabel in die linke, und einen knüppel in die rechte hand. er schlug die wachen nieder und fand die treppe, die in den kerker hinein führte. von unten hörte er schon die prinzessin nach ihrem retter rufen. vor lauter freude nahm er gleich 3 stufen auf einmal, übersah die letzte stufe, ruderte mit seinen armen, verlor die mistgabel die mit einem klirren auf dem steinboden aufschlug. er selber strauchelte und verlor ebenfalls das gleichgewicht und landete bäuchlings auf den zacken der mistgabel. arnomo rührte sich nicht. die schöne prinzessin tabea schrie und musste zusehen wie ihr held elendig vor ihren augen verblutete. sie vergoß unendlich viele tränen, und das reich des tebathus verfinsterte sich für alle zeit.

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Montag, 2. April 2007

männliche sinne

manuel hat mir sein linkes auge gegeben, damit ich die welt auch mal aus männersicht sehen kann. sehr verwirrend, dieser tunnelblick. morgen will er es zurück haben. schade eigentlich, denn erst übermorgen bekomme ich holgers rechtes ohr geliehen. jetzt kann ich die welt der männer sinnlich nur hintereinander wahrnehmen. bin gespannt was ich dann höre.

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Montag, 26. Februar 2007

sie werden schon sehen

die cola fällt mir aus der hand und hinterlässt einen dunklen tiefschwarzen see, der sich immer weiter über dem holzboden ausbreitet. wie säure frisst er sich durch das parkett. es zischt und dampft, und zurück bleibt ein rauchender krater und ein beissender gestank. ich rümpfe die nase und mache ein paar schritte zurück. aus der tiefe höre ich ein grollen. erst leise, dann immer lauter werdend, begleitet mit spitzen affenähnlichen schreien. bobo, der pirat hinter mir, schaut mich nur schief an als ich ihm rücklings auf die stiefel steige. er schubst mich von sich, geradewegs auf das loch zu, und dreht sich desinteressiert zur bar zurück. ja verdammich, hat er den krater nicht gesehen? ich versuche mein gleichgewicht zu halten um nicht in das loch zu stürzen, schwinge meine arme und rette mich mit einem hüpfer auf den nächsten barhocker. bobo und die anderen piraten schauen mich entgeistert an. als wenn ich nicht alle tassen im regal hätte. aber sie werden schon noch sehen. spätestens wenn ich nuri, der sich gerade eine cola bestellt, einen kleinen stoß verpasse.

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Dienstag, 13. Februar 2007

verschlafen

nikolai, das kleine streifenhörnchen, stand schon seit einer geraumen weile vor dem ziemlich blattlosen haselnussbaum und schaute ein wenig bedröppelt drein. der wind wehte sachte von nord-nordost und die zerbrechlich wirkenden äste wiegten sich sanft von links nach rechts. nikolai richtete sich auf seine hinterpfötchen auf um einen besseren überblick zu bekommen. seine großen kulleraugen starrten auf den kahlen baum und ein zartes schluchzen entrann seiner kehle. "gnnnh" wimmerte er. sein kinn fing an zu zittern und seine augen füllten sich mit tränen. noch immer schaute er voller hoffnung auf den blattlosen baum. "gnaaah" winselte nikolai. jetzt konnte er seine tränen nicht mehr zurück halten und lies sie links und rechts an seinen wangen runterkullern. schon wieder hatte er den herbst verschlafen und vergessen seinen nussvorrat aufzustocken. "k-k-keine nü-üsse..." schluchzte er. geknickt lies er sich auf alle viere nieder und schlürfte davon.

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Donnerstag, 8. Februar 2007

gänse verkohlen

man nannte ihn kohlensack-joe. nicht weil er aussah wie ein sack kohle, sondern weil in der scheune auf seinem hof mindestens 20 dutzend kohlensäcke rumlagen. angeblich sammelte er, laut herbert michels darlegung, mit leidenschaft kohle aus aller welt, natürlich nur zu seinem vergnügen. und er besaß die größte kohlensammlung in ganz bushladia, was keiner der bewohner wagte abzustreiten. denn trotz dieser vertrauenswürdigen aussage von herbert michel trauten ihm die bewohner des kleinen dorfes nicht über den weg. er war ihnen unheimlich. auch wegen der tatsache das jedes jahr immer mehr gänse verschwanden. angeblich würden sie in den süden ziehen. die bewohner von bushladia aber vermuteten, dass kohlensack-joe hinter der ganzen sache stecken würde, da zur gleichen zeit im winter auch kohlensack-joes kohlensack-vorrat immer mehr wurde.

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Montag, 5. Februar 2007

vertreter von heute

kaum hatte ich die tür einen spalt aufgemacht, stürmte auch schon ein kleiner schnaubender zwerg in einem blauen samtanzug hinein. in seiner eile rammte er sie mir voller wucht gegen die nase und schlüpfte gleichzeitig geschickt unter meinem arm hindurch. "aua" rief ich, und drehte mich empört nach dem kleinen mann um. doch der war inzwischen zwei zimmer weiter in meinem wohnbereich angelangt und machte es sich auf meiner purpur-farbenen couch gemütlich. "aaaaah" seufzte er, schmatzte ein wenig und zog sich die stiefel aus. hervor kamen orangene puschelsocken, die er genüsslich von sich streckte und auf meinem glastisch ablegte, genau zwischen meinem stück erdbeer-sahne-torte und meinem milchkaffee. "was wollen sie hier? wer sind sie?" keifte ich im wütendem tonfall und baute mich vor ihm auf, die arme in die hüften gestemmt. "gestatten, ich bin egon. egon rupert." quiekte der kleine zwerg und streckte mir seine fünf finger entgegen. "gute freunde nennen mich aber murli. aber die habe ich nicht." "oh, äh... ja, herr rupert." erwiderte ich und umfasste widerwillig seine hand. "und was wollen sie hier?" "mich kann man mieten. wollen sie mich mieten?" "äh, nein danke. kein bedarf." "aber ich bin günstig! ich bin ein schnäppchen!" "äh, ja. mag ja sein, aber äh, nein danke." "50% rabbat gibts auch noch drauf wenn man mich heute bucht. morgen sieht's schon anders aus. zum eeersten, zum zweiten... " "nein, äh, wirklich nicht." "ich bin seeeehr beliebt. ich lasse ihnen meinen socken da. nur für den fall... sie wissen schon." "äh, ja. guten tag."

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Montag, 29. Januar 2007

triebe ausnutzen

"wow, wie hast du es geschafft deine 8 paar neuen schuhe an deinem geizigen freund vorbei in deinen kleiderschrank zu schmuggeln?"
"ich habe seine triebe ausgenutzt und im garten panierte schnitzel und würstchen verteilt."

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Sonntag, 28. Januar 2007

zurück nach yma

pepino, peer und pawel, drei junge zwergwüchsige früchtepflücker von yma, durchstreiften den dicht bewachsenen rhodonwald von muskar. es dämmerte bereits und die drei brüder hatten mühe auf dem steinigen weg zu bleiben, der ohnehin fast nicht mehr vom übrigen waldboden zu unterscheiden war. denn es regnete schon seit tagen und der weg durch den rhodonwald hatte sich in ein schlammbett verwandelt. ihre ohnehin zerschlissenen lederstiefel waren durchtränkt und durchweicht. nur mit mühe konnten sie sich zwingen weiter zu gehen, hinfort von wo sie kamen, zurück in richtung heimat. in der schenke "zum roten salamander" schnappten sie das gerücht auf das yma ausser gefahr war. die elchmänner, die seit wochen die stadt besetzt hielten, waren wohl weiter ins land gezogen. sie zerstörten viele häuser und bauernhöfe, plünderten, und vergangen sich an den zofen und mägden. eine dunkle wolke der trauer und wut stand nun über yma. trotz aller bitterkeit machte sich ein durchströmte pepino, peer und pawel ein gefühl der freude. sie waren glücklich wieder zurück zu kehren. waren sie doch zu feige gewesen dem feind entgegen zu treten. für ihre stadt zu kämpfen. für ihre stadt zu sterben. was hätten sie auch ausrichten können? stattdessen liefen sie in den schuppen von ihrem onkel brodhor. als sie noch klein waren und sich dort vor ihm versteckt hielten, aus angst vor einer prügelstrafe, weil sie wieder einmal die tür zum hühnerstall offen gelassen hatten, entdeckten sie einen selbstgegrabenen tunnel. neugierig waren die drei schon immer gewesen. also stibitzten sie bei tante marath feuersteine und eine fackel, und erkundeten den tunnel. er war über einen kilometer lang und endete nahe den gruben, aussserhalb von yma. als die stadt nun, jahre später, von den elchmännern heimgesucht wurde bekamen die drei das kalte kribbeln und schlichen sich davon. immer weiter und weiter durch den tunnel und über die berge, bis sie vor erschöpfung zusammen brachen.

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Donnerstag, 25. Januar 2007

gegen die zeit

"hallo bobo, was machst du da mit meinen gewürzen?"
"ich mixe mir ein gegenmittel."
"ein gegenmittel? gegen was?"
"gegen die zeit. am liebsten möchte ich meine augen schließen und wenn ich sie wieder aufmache ist es letzte woche."
"ja das wäre schön. und du meinst rosmarin und cheyenne pfeffer werden dir dabei helfen?"
"ja. und noch ein bisschen kümmel, anis, schweineleber, kohlrabi, knoblauch und wein. seeehr viel wein."
"aha. ja dann prost!"
"prost! wir sehen uns dann letzte woche!"

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Montag, 22. Januar 2007

es juckt

sein arm fing wieder an zu jucken. schon den ganzen tag lang plagte gilbert ein kribbeliges gefühl an seinem linken ellenbogen. anfangs dachte er es läge am neuen wollpulli den ihm seine stieftante hilde per post geschickt hatte. kurz nachdem er ihn aber gegen ein orangenes polyester-shirt mit grünem hexen-aufdruck eingetauscht hatte fing der juckreiz erneut von vorne an. da er aber eh schon unter zeitdruck stand ignorierte er die ersten anzeichen, packte seinen gelben army-rucksack und schwang sich auf sein klappriges damenrad, um wenigstens noch vor dem postboten bei der arbeit zu sein. sein job als tipse hatte er über die freizeitagentur "wonka" erhalten, und eigentlich gefiel es ihm in der firma gut. der lösliche filterkaffee schmeckte, und die rosinenweckchen am eingang waren auch nicht zu verachten. von daher wollte er nicht schon am 4. tag seiner neuen arbeit einen schlechten eindruck erwecken. aber gilbert hatte glück, herr humbock, sein chef, war noch bei marita im ersten stock, und hatte noch nicht bemerkt das er nicht hinter seinem schreibtisch saß. flink setzte er sich auf seinen hocker und nahm die übliche position ein. der juckreiz wurde immer unerträglicher. gilbert fing an sich ausgiebig am ellenbogen zu kratzen. mit dem plastiklineal der konkurrenz "bigbow-star" ging es am besten. aber auch der briefbeschwerer in form eines ochsen war nicht zu verachten. nur uschi von tisch sieben warf gilbert angeekelte blicke rüber. sie fand ihn schon am ersten tag abstrus und abartig. er beschloß, ihr in der mittagspause ein rosinenweckchen zu kaufen. vielleicht würden sie doch noch freunde werden.

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Dienstag, 16. Januar 2007

nie wieder handgewebt

in den tiefen kellergewölben von yma streifte sich gerade der tapsige alfonso mit den grau-blauen silberhaaren seinen handgewebten winterpulli über den kopf, als er plötzlich ein kratzendes geräusch hörte. verschreckt drehte er sich in die richtung, aus der das geräusch kam. doch ungeschickter weise hing der pulli noch um seinen kopf und seine arme, an denen 14 verdienstarmbände hingen, verhakten sich in dem gewebe. irritiert und panisch versuchte alfonso sich aus dem pulli zu befreien und gleichzeitig dem kratzenden geräusch entgegen zu laufen. er sah den halbvollen kupfereimer nicht der mitten im raum stand und stolperte unbeholfen dagegen. alfonso strauchelte und fiel mit einem lauten ächzen auf dem harten lehmboden. immer noch gefangen in seinem eigenen handgewebten winterpulli hörte er wie sich die schwere holztüre knarrend öffnete und eine zarte frauenstimme die luft einsog. nie wieder handgewebte winterpullis, dachte er sich, und war froh das wenigstens sein hochroter kopf nicht zu sehen war.

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Montag, 15. Januar 2007

ticketkauf

"ich gehe jetzt ein ticket kaufen."
"was machst du? das christkind taufen?"
"nein, die christel kann noch nicht laufen, die hat doch noch die krücken!"
"ja, da musst du dich tief bücken, die taufbecken sind niedrig. aber lass das kind nicht fallen!"
"die soll sich an mir festkrallen? ja weißt du denn wie schwer die ist??"
"wieso denn am meer? spielt der pastor da überhaupt mit?"
"die ist der absolute hit? ich weiß ja nicht... egal, ich zieh jetzt los!"

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Dienstag, 9. Januar 2007

keine kipferl mehr

schwermütig schaute patrick aus der geöffneten porzellan-keksdose hervor. vor ein paar minuten wurde der deckel geöffnet und eine handvoll praller wurstfinger kam von oben und krallte sich um die letzten beiden vanille-kipferl. die geschlossene faust der dicken berta war so mächtig, dass sie fast in der öffnung stecken geblieben wäre. die gesamte dose erschütterte, als die faust endlich mit einem ächzenden kommentar und einem saftigen "plopp" der dicken berta entfernt wurde. patrick konnte sich während diesen ganzen vorgangs nur mit mühe auf dem boden gedrückt halten, um nicht selber in die fettigen klauen zu geraten. und nun stand er da und schaute aus der leeren keksdose hervor. unter ihm die letzten kekskrümel. traurig nahm er seine grün-lila gestreifte bommelmütze vom kopf. zu gerne hätte er noch ein letztes mal an den kipferln geknabbert bevor ihn der meuchelnde knut abholen kam.

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Freitag, 22. Dezember 2006

es grünt so grün

grün ist das neue pink! jetzt mal wirklich! schau dich um, in letzter zeit ist alles grüner geworden. grün ist hip! grün ist die farbe des lebens, des frühlings, der natur! selbst der winter kann das grün nicht vertreiben! grün, grün, grün sind alle meine kleider! selbst spence geht in einen kinofilm mit den namen: (die krieger von) grün. oder so. grün ist jugend, grün ist hoffnung. grün ist aber auch der pelz auf meinem käse, mein gesicht nach 4 liter kölsch, und meine unerfahrenheit in sachen tuba blasen. sind wir nicht alle ein bisschen grün?

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Dienstag, 19. Dezember 2006

balkonbesuch

zwei gestalten in gestreiften jackets und bermudas stehen auf meinem balkon und klopfen gegen die scheibe. sie bewegen ihre münder und wedeln wild mit den armen. dem linken steigt so langsam eine rötliche farbe ins gesicht während dem rechten die farbe entschwindet. vielleicht sind diese herren verdeckte cameleons, denke ich, und stelle mich ihnen amüsiert gegenüber. verstehen tue ich nix. gut das uns die dicke glasscheibe trennt, denn je näher ich den gestalten komme desto energischer klopfen sie dagegen. es scheint, als wollen sie mir etwas mitteilen. vielleicht, das meine rosen so langsam der kälte nicht mehr gewachsen sind oder das meine regenrinne ein leck hat. vielleicht wissen sie aber auch, dass in meinem kühlschrank in wirklichkeit das maultier odin wohnt. jedenfalls wird mir das schauspiel ein wenig langweilig und ich ziehe die vorhänge zu. schließlich muss ich mir noch socken anziehen.

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Donnerstag, 14. Dezember 2006

flucht aus yma

die feinde von yma standen vor den toren. sie grölten und schüttelten am eisengitter welches das prächtige schloß umgab. der druck wurde immer stärker und die scharniere brachen. es waren an die 40 grunzenden elchmänner, bekleidet in lack und leder und besudelt mit schlamm, denn yma war umgeben von einem verhexten moorgraben, der jedes geschöpf das ihm zum opfer fällt in das tier verwandelt, welches zuletzt am silberbach seinen durst gestillt hatte. sie stürmten herbei und es blieb uns nichts anders übrig als in das schloß zu fliehen. die schlaftrunkenen bauern und mägde schafften es nicht rechtzeitig und legten sich zum schutz auf den boden. leider war das eine naive idee denn die elchmänner packten ihre betäubungsknüppel aus und wussten diese auch zu gebrauchen. wir schauten ihnen aus dem burgfenster zu. dann sahen wir die ersten ungeheuer ins schloß rennen und seilten uns leise ab. auf allen vieren krochen wir hinter den verwunschenen büschen entlang, vorbei an unseren betäubten freunden. das moor lag vor uns. sollten wir es wagen ihn zu durchqueren? noch ehe uns dieser gedanke in den sinn kam hielt mich schon etwas an meinem fuß fest. es war ein abgebrochener kriechast, der sich um meine fesseln schling und mich zurück hielt. die anderen versuchten mir zu helfen, da der kriechast für sie aber unsichtbar war wussten sie nicht was mich am boden festnagelte, und konnten mir nicht helfen. als sie den blick hoben und sahen, dass die elchmänner unsere flucht bemerkt hatten und auf uns zustürmten, sprangen sie ins moor.

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